Endlich ein Happyend! Tierheim Dluzyna Gorna im Februar 2010

 

Wie so oft konnte ich mir mal wieder keinen besseren Zeitpunkt für eine Vereinsfahrt aussuchen, natürlich musste es ausgerechnet an diesem Wochenende schneien und stürmen. Die Fahrt aber deshalb abzusagen und damit auch allen Pflegestellen absagen zu müssen, dass wiederstrebte mir. Warten doch rund 200 Hunde auf unsere Hilfe und ein paar wenige auf eine Ausreise in eine bessere Zukunft. Also machten wir uns erneut auf den schweren und langen Weg ins Tierheim Dluzyna Gorna. Dieses Mal nicht ganz alleine, sondern in Begleitung meines Vaters (worüber ich bei diesem Wetter überaus glücklich war!). Die Fahrt war anstrengend, trotz halbwegs gutem Wetter. Am Abend, gegen 19 Uhr kamen wir an unserem Übernachtungsplatz an. Das Tor und der Weg zum Haus mit ca. 1 Meter Schnee verschneit. Eine Stunde lang kämpften wir uns den Weg zum Haus frei. Unser privates Urlaubshäuschen - immer noch im Rohbau, aber mit Wasser und Heizung, steht uns seit knapp 2 Jahren zur Verfügung. Es ist schön kein Hotel oder keine Pension für die wenigen Tage buchen zu müssen. In Zukunft soll dieses kleine Häuschen - von meiner Mutter liebevoll Itaka genannt, eine kleine Auffangstation für notleidende Tiere werden - leider heißt in Zukunft etwa in 10 Jahren oder nach einem Lottogewinn...

 

Träume die ganz langsam Gestalt annehmen...

 

Weit und breit nur Schnee, egal wo man hinschaut, alles ist verschneit. Es wundert mich jedes Mal aufs Neue, dass wir fast problemlos mit unserem Auto im Tierheim ankommen. Ein Räumfahrzeug würde sich niemals bis zum Tierheim verirren. Auch im Tierheim ist alles verschneit. Die Zwingerhunde müssen nicht mehr im Schnee liegen... die Dächer halten ihr Versprechen. Im einzigen Hundeauslauf stehen mehrere Hundehütten, in denen sich die Hunde verstecken können.

 

Leider können wir uns nirgendswo länger aufhalten, da wir wie so oft nur einen Tag zur Verfügung haben. Nachdem wir unsere Sachspenden ausgeladen haben (An dieser Stelle möchte ich mich bei den vielen Spendern eines befreundeten Tierheims in Deutschland bedanken. Ihr habt mein Auto so vollgepackt, dass ich 1/3 der Sachen in unserem Keller stehen lassen musste. Diese werden bei der nächsten Fahrt mitgenommen, aber so wie ich euch kenne, habt ihr bis dahin neue Sachen gesammelt *g*), machen wir einen Rundgang durchs Tierheim. Im Winter scheint das Tierheim immer wie ausgestorben zu sein, die Hunde verstecken sich in ihren Hütten um der Kälte zu entgehen.

 

Sachspenden fürs Tierheim DG

 

Einige Hunde sind die Kälte jedoch gewöhnt und haben ihren Spaß am Schnee...

 

... andere wiederrum leiden.

  

 

Peter, der Tierarzt hat sich für heute angekündigt, es gibt einige neue Hunde zum Aufnehmen und eine Hündin, die ihre halbe Vorderpfote verloren hat. Wie das passiert ist, kann keiner sagen, sie wurde schwer verletzt im Tierheim abgegeben.

Die Hündin saß schwanzwedelnd in ihrer Box, keine Spur von Schmerzen. Beim genaueren hinsehen, fiel auf, dass der blanke Knochen aus der Wunde herausschaute. Etwa 1 cm weiter oben war getrocknetes Blut und nackte Haut zu sehen. Die Haut hatte bereits stellenweise eine gelbliche Verfärbung. Die Wunde musste schon einige Tage alt sein, da sie nicht blutete. Mariola bat mich mit ihr eine Runde um das Tierheim zu machen, damit sie sich vor der OP lösen konnte. Die Hündin hatte sich noch nicht an die fehlende Pfote gewöhnt, so dass sie immer wieder versuchte aufzutreten und der nackte Knochen den Boden berührte. Nach wie vor schien es so, als würde die Hündin keine Schmerzen zu haben. Sie freute sich endlich laufen zu können. Ich ging nur wenige Meter am Tierheim entlang, als die Wunde anfing zu Bluten. Sofort brachte ich die Hündin zurück in ihre Box.

Als Peter im Tierheim ankam, machte er sich sofort an die Arbeit die neuen Hunde zu untersuchen und zu versorgen. Nach getaner Arbeit wurde die Hündin in Schlaf versetzt. Mit schwanzwedeln schlief sie auf dem OP-Tisch ein.

Die Hündin wurde für die OP vorbereitet und ich überlegte kurz, ob ich dabei bleiben wollte. Ich entschied mich dagegen, da mir solche Eingriffe normalerweise nicht guttaten. Unter dem Vorwand eine Rauchen zu wollen, versuchte ich das Behandlungszimmer zu verlassen, als plötzlich Peter nach mir rief. Er hatte bereits zwei Klemmen zum Fixieren an der Hündin angebracht und sagte: Du musst halten. Nun, das wars wohl mit meinem Fluchtversuch, ich atmete tief durch und half Peter bei der OP. Es wundert mich, dass ich die OP so leicht weggesteckt habe, aber es war auch sehr faszinierend.  

Kurze Zeit nach der OP wachte die Süße langsam auf. Peter schaute die Hündin nachdenklich an und erzählte mir, dass seine Bekannten seit einigen Tagen ihre Hündin vermissen. Sie hätte sehr große Ähnlichkeit mit ihr. Plötzlich rief er "AZA" und die Hündin fing an mit ihrem Schanz zu wedeln und hob den Kopf. Wir schauten uns verdutzt an. Dann rief er einen anderen Namen und sie freute sich ebenfalls. Nun gut, vermutlich war sie noch nicht ganz wach und reagierte nur auf Stimmen und nicht auf Namen. Arme Hündin dachte ich, wer wird dich mit 3 Pfoten schon nehmen?

Es war bereits späte Nacht geworden, die Hündin schlief ruhig in ihrer Box, und wir machten uns langsam auf den Heimweg. Am frühen Morgen kamen wir nochmals ins Tierheim, luden die wenigen Hunde und Katzen ein, die eine Pflegestelle in Deutschland gefunden haben und verabschiedeten uns. Ein kurzer Blick auf unser 3-Bein musste sein. Ihren Kragen hatte sie noch an, die Wunde sah gut aus und auch sie war wieder fit und leckte mir zum Abschied die Finger...

3 Tage nachdem wir wieder Zuhause waren, kam eine E-Mail vom Tierheimleiter, dass es tatsächlich AZA war und ihre Besitzer sie mit Tränen in den Augen abgeholt haben.

Endlich ein Happyend!