Alle Jahre wieder...

Maifahrt 2007

Am 16.05.2007 machten wir uns auf den Weg ins Tierheim Dluzyna Gorna. Diese Fahrt stand unter einem ganz besonderen Stern und brachte eine, wie die polnische Zeitung sagte "untypische Mission" mit sich. In Zusammenarbeit mit dem Tierheim Dluzyna Gorna und unserem TSV Freundeskreis "Die Vergessenen" e. V. finanzierten wir "das Baumpflanzprojekt". An den 3 folgenden Tagen pflanzten wir mit Hilfe des Tierheimleiters Herr Kula und den Tierpflegern Bäume, Hecken und Sträucher für die Kettenhunde des Tierheims. Ein Radiosender und eine Zeitung berichteten über unsere "untypische Mission". Bilder und einen Bericht über dieses Projekt finden Sie HIER.

 

Während sich ein Teil von uns abwechselnd am Pflanzen beteiligte, machten sich unsere restlichen Vereinsmitglieder und Freunde an andere Arbeiten. So wurde zum Beispiel Muffin erneut geschoren. - Erinnern Sie sich noch an Muffin? Diese im Tierheim sehr liebe und umgängliche Hündin fanden wir bereits ein Jahr zuvor im Tierheim (siehe HIER) und befreiten sie von ihrer Filzmatte. Alle Jahre wieder...? Nicht mehr, Muffin befindet sich nun in Deutschland!

 

Des weiteren schauten wir uns alle Hunde an. Reservierte Hunde für deutsche Pflegestellen wurden aus ihren Zwingern geholt, auf Hunde- und Katzenverträglichkeit getestet, gebadet, spazieren geführt um die Leinenführigkeit und das Verhalten einschätzen zu können und natürlich lange und ausgiebig geschmust *g* Am Ende setzten wir einige von ihnen gemeinsam in Einzelzwinger um die Verträglichkeit zu testen - diese Hunde reisten dann auf der Rückfahrt gemeinsam in einer Box.

 

In den Abendstunden gingen wir mit einigen Kettenhunden spazieren. Der Schritt am Eingangstor, raus aus dem gewohnten Umfeld fiel einigen Hunden schwer, anderen wiederum nicht. Es ist ein traumhafter Augenblick, wenn die jahrelangen Kettenhunde plötzlich Gras unter ihren Pfoten spüren, die Nase wandert die ersten Minuten ununterbrochen über dem Boden. Alle Gerüche werden aufgenommen... Ich persönlich war sehr erstaunt, wie umgänglich diese großen Kettenhunde sind!
Wenn man einen großen schwarzen bellenden Schäferhund an der Kette sitzen sieht, denkt man gleich, dass dieser hundeunverträglich und gefährlich ist. Das mag bei den meisten Kettenhunden zutreffen und doch sind sie alle leicht zu führen gewesen! Diese großen sanften Riesen erobern mein Herz immer mehr...

 

Aber nicht nur die Kettenhunde durften raus aus dem Tierheim. Wir fanden eine Angsthündin, hoffnungslos überfordert mit der Situation im Tierheim. Ihre Pfoten sind deformiert, eine Behandlung in Polen ist nicht möglich. Am ersten Tag lief sie überhaupt nicht. Durch ein wenig Aufmerksamkeit und Zuneigung traute sich die Hündin bereits am zweiten Tag (!) aus dem Tierheim raus. Die eingezogene Rute und die Stellung der Ohren waren das einzige Merkmal ihrer Ängstlichkeit... Wir sind uns sicher, wenn man dieser Hündin nur eine Chance in Deutschland geben würde, würde sie ihre Freude und das Vertrauen zu Menschen und Tieren wiedergewinnen!

 

Wo Sonne ist, gibt es auch Schatten...
So bekamen wir auch einige Beißereinen mit. Gott sei dank kann ich sagen, das sie alle "nur" halb so wild waren. Zwei sehr alte Rüden, davon einer blind gingen im Rentnerzwinger aufeinander los - ich stand mitten drin - Unglaublich was für Kraft in den zwei alten Herren steckt... ich versuchte sie zu trennen aber ohne Erfolg. Dann kam die rettende Idee einer Kollegin - WASSER! Ich nahm ihre volle Wasserschüssel und kippte sie den beiden Streithähnen über. Geschafft, die Rüden haben von einander abgelassen.
Ein Tag später ging es erneut los, so das wir einen Kettenplatz frei machten und die Rüden von einander trennten. Es ist keine tolle Lösung, aber die einzige die möglich war/ist...

Opa Moritz, so nannten wir einen der Zwei, kam kurze Zeit später "unters Messer" oder wohl eher unter die Schäre und wurde so wie Muffin von seiner Filzmatte befreit. Moritz ist ein ganz lieber ca. 10 jähriger blinder Rüde mit einem schwachen Herz (laut Tierarzt). Er ließ sich problemlos alle Berührungen gefallen und zickte kein einziges mal.

 

 

Am Freitag wurde eine sehr liebe Rottihündin von der Polizei abgegeben. Als wir sie im Zwinger sahen, stockte uns das Blut in den Adern. Dünn - so dünn. Die Bilder zeigen nicht das, was wir gesehen haben. Wie kann man einen Hund so was antun? Die Hündin ist sehr sehr lieb!

 

Wie im Jahr 2006, mussten wir erneut eine Hündin über die Regenbogenbrücke begleiten.
Hanna, gefunden von Aletta, kurzer Hand reserviert für eine deutsche Pflegestelle, war unendlich dünn und hatte eine stark vereiterte Wunde am Kiefer. Durch ihren kleinen Bart am Kiefer wurde diese Wunde nie bemerkt... Wir ließen sie vom Tierarzt Herrn Pawelek untersuchen, die Wunde wurde unter Narkose gereinigt als plötzlich der Tierarzt das Gesicht verzog. Krebs. Hanna wurde in eine stäkere Narkose gelegt und man versuchte das befallene Gewebe zu entfernen. Über eine Stunde hofften wir auf eine gute Nachricht. Doch leider hatte der Krebs schon zu weit gestreut und eine Entfernung war nicht mehr möglich. Hanna wurde erlöst und von uns begraben. Ich hatte bis zur letzten Minute gehofft, sie mit nach Deutschland nehmen zu dürfen!

 

Liebste Hanna, du bist nicht Namenlos gestorben! Wir behalten dich in Erinnerung, du bist keine Vergessene! Grüße Opi, Joker, Biba und all die Anderen von uns - wir denken jeden Tag an euch!

Nachdem alle Bäume und Sträucher gepflanzt waren, machten wir uns an die letzte große Aufgabe. Das Katalogisieren der großen Hunde. Wir machten von insgesamt 5 Hündinnenzwingern und 3 Rüdenzwingern Bilder, die demnächst auf unserer Hp veröffentlich werden.
Bei dieser Katalogisierung fielen uns auch einige kranke Hunde auf, die wir dem Tierarzt vorstellten.

Zeit zum Träumen...

Wäre es nicht schön, dieses kleine alte Häuschen zu kaufen und zu sanieren? Daraus könnte man so vieles machen. Neue Behandlungsräume, Quarantäneräume, Böroräume, eine Wohnung für einen Pfleger, ein Katzenhaus.... Es steht wenige Meter vom Tierheim entfernt... Ein schöner Traum, der vielleicht mit Hilfe von Tierfreunden irgendwann mal in Erfüllung gehen könnte...

So gingen 3,5 Tage vorüber, vieles haben wir geschafft, viele neue Erfahrungen haben wir gemacht und wissen nun um so mehr, wie sehr man uns - die verrückten Deutschen - braucht.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Spendern für das Baumpflanzprojekt, dem Tierheimleiter Herr Kula und Tierarzt Herr Pawelek, allen Mitarbeitern des Tierheims, unseren Helfern und meiner Familie. DANKE!

Und zum Schluss hier noch Bilder unserer Autopanne auf der Autobahn 150 km vor unserem Zuhause...