Endlich Urlaub! Ab ins Tierheim Dluzyna Gorna - September 2009

 

Bereits eine Woche vor der Fahrt macht sich eine innere Unruhe in mir Breit. Die Vorfreude auf das Tierheim und die Sorge was mich erwarten würde wird immer größer. In der letzten Nacht vor einer Fahrt fällt es mir immer schwer Schlaf zu finden. Viele Gedanken kreisen in meinem Kopf, darunter auch die Worte meiner Freunde und Bekannten. Sie verstehen mich nicht, warum ich mir die Arbeit mehrmals im Jahr mache, tausende von Kilometern zu fahren, die Zeit investiere, manchmal völlig kraftlos und den Tränen nahe bin und das ganze dann auch noch Urlaub zu nennen...

Ich wiederrum kann nicht verstehen, wie sie wissend dem Tierelend im Tierheim DG einfach ihr Leben leben, gemütlich abends auf der Couch sitzen, weggehen und wegsehen können bzw. nicht daran zu denken!?!?!?! Obwohl einige meiner Freunde Tiere aus dem Tierheim DG ein Zuhause geschenkt haben und diese über alles Lieben, leben sie ihr Leben... aber dieses Leben ist nicht meins und wird es nie sein. Ich kann das nicht.

Deshalb mach ich mir immer wieder aufs Neue die Mühe und Arbeit. Wenn ich könnte, würde ich öfters fahren und mehr machen, dazu müsste ich aber im Lotto gewinnen, was bisher noch nicht passiert ist. Naja, mal abwarten, was nicht ist, kann ja noch werden *g*

Nun befinde ich mich früh morgens auf dem Weg nach Polen, der Weg ist mir mittlerweile bekannt und es geht recht schnell voran. Gegen 9 Uhr kam ich im Tierheim an, gemischte Gefühle machen sich in mir breit. Es ist ein schöner Sommertag, die Sonne scheint, die Tiere sehen zufrieden aus, die Pfleger sind bereits am Arbeiten.
Wie immer werde ich freundlich begrüßt, das Gefühl von Vertrautheit, Freundschaft und ein Stück "Zu Hause"  wird wach.

Mit dem Tierheimleiter laden wir gemeinsam das Auto aus, die Pfleger freuen sich immer über Sachspenden auch wenn sie es nicht immer zeigen - so sind die Polen *g* Wir unterhalten uns kurz, dann beginn ich mit meiner Runde durchs Tierheim. Nach wie vor gerappelt voll, jede Hundehütte, jeder Zwinger ist besetzt. Doch die Tiere machen einen guten Eindruck, Wasser und Futter steht zur Verfügung, ein Teil von ihnen liegt in der Sonne, ein anderer Teil im Schatten. Mir fallen unsere gepflanzten Bäume aus dem Jahr 2007 auf, leider sind einige durch die Hitze eingegangen, die verbliebenen sind aber kräftig und wachsen. Bereits jetzt spenden sie Schatten, dieser langt zwar noch lange nicht zum Verstecken, aber in einigen Jahren wird es so sein.

  

 

Im Eingangsbereich wuchert es ein wenig, aber die Pflanzen sind kräftig und erfüllen bereits ihre Aufgabe. In den nächsten Tagen werde ich ein wenig Unkraut rupfen um ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen.

Die Katzenzwinger waren nur mit wenigen Katzen besetzt. Die Kastrationsaktion machte sich bemerkbar. So hat das Tierheim in Zusammenarbeit mit allen Tierärzten der Gegend rund 300 Katzen und eine handvoll Hunde kastrieren lassen. Die erwartete Katzenschwemme und das Elend blieben Gott sei dank aus!

Die nächsten Tage verlaufen ruhig - was mich schwer verwunderte. Im Jahr davor starb fast jeden Tag ein Katzenjunges, ständig ist etwas passiert, dass einen nicht schlafen lies.
Ich half den Pflegern bei der Reinigung der Zwinger, ging mit diversen Hunden gassi, half dem Tierarzt bei der Versorgung einiger Tiere, machte Sachen, für die sonst keine Zeit war.

Auch wenn das Elend ausblieb, so gab es einige kranke Kätzchen im Tierheim, um die ich mich kümmerte.

Badetag, Zwangsfütterung und Medikamenteneingabe

 

Extrem auffällig waren dieses Mal die vielen trächtigen Hündinnen im Tierheim, 2 waren bereits im Tierheim, eine fand ich im Zwinger sitzen und eine weitere wurde abgegeben. Nun hieß es für mich Kontakte spielen lassen und Pflegestellen finden, da sonst die Welpen eingeschläfert werden würden.

 

Glücklicher Weise konnte ich in Zusammenarbeit mit dem Tierheim und Mariola für alle Hunde Pflegestellen finden! So kam Hündin Caprice zu Anke, Maja ins Tierheim Horka und die beiden anderen Hündinnen auf private Pflegestellen.

Arbeit gibt es im Tierheim immer, so wurde die Absperrung zwischen dem einzigen Hundeauslauf und Katzenaußenzwinger erneuert. Immer wieder schafften es die Hunde durch den kaputten Zaun zu den Katzen zu gelangen und versetzten diese in Angst und Schrecken.

 

Von Mariola wurden zwei Arbeiter ins Tierheim bestellt, die die Plätze rund um die Hundehütten und auf denen sie standen wieder auf Vordermann brachten.

   

Bei warmen Wetter können Decken und Handtücher gewaschen werden und zum Trocken aufgehangen werden. Unsere Waschmaschine aus dem Jahr 2005 arbeitet immer noch!

 

Die 9 Tage in Polen vergingen viel zu schnell. Schlussendlich war es aber dieses mal ein wirklich ruhiger "Urlaub" . Hoffen wir, dass es beim nächsten Mal auch so sein wird...

 

Zum Schluss noch einige Bilder von unseren Tierpflegern

Kaszik, Tierpfleger und längster Mitarbeiter. Dank ihm, arbeitet nahezu die gesamte Familie im Tierheim *g*

Eine Dusche gefällig? Kaszik hat immer gute Laune

Mutter Eva hat die Hosen im Tierheim an, wenns sein muss, spricht sie auch mal ein Machtwort, besonders bei ihren Söhnen...

... aber auch ihr Mann bekommt es mal ab, Kaszik nimmts gelassen

 

Auf der Rückfahrt begleiteten mich Sonja und ihre 5 Welpen, Tina und ihre 5 Welpen sowie Hündin Mimmi.
Bis bald Tierheim Dluzyna Gorna!